Patentrecherche weltweit durch die Crowd

Unternehmen in einer globalisierten Welt sehen sich zunehmend vor Problemen bezüglich Eigentums- und Nutzungsrechten: einerseits wird der wirtschaftliche Erfolg durch Plagiate bedroht, die eigene Patente und Schutzrecht verletzen, auf der anderen Seite stehen Patente der Konkurrenz, die in der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung stören. Sind diese Patente zu unrecht vergeben, ergeben sich durch die Beseitigung dieser Patente neue Potentiale.
Den Überblick zu behalten, wer weltweit welche Produkte auf dem Markt hat, die vielleicht die eigenen Patente verletzen, ist schon schwer. Patente der Konkurrenz zu kennen und zu prüfen, welche davon, vielleicht zu Unrecht bestehen und damit beseitigt werden können, ist fast noch unübersichtlicher. Konzerne beschäftigen oft ganze Abteilungen dafür - die aktuellen Nachrichten von Patentstreits im Smartphone- und Tabletmarkt zwischen Apple, Samsung, Google und co. zeigen welche finanziellen Auswirkungen hinter diesen Fragen stehen.
Gerade Kleine bis Mittlere Unternehmen, die sich keine eigene Abteilung von Spezialisten für diese Fragen leisten können, sind in diesem Wettstreit oft benachteiligt. Doch wie kann man effektiv Patentverletzungen aufspüren? Wer hat den Überblick über bestehende Patente? Und wie bekommmt man die, die sich auskennen, dazu, dass sie ihr Wissen preisgeben und Patentverletzungen melden?
Dafür gibt es nun die Crowdsourcing-Plattform BluePatent. Auf BluePatent werden Fragen nach Patentverletzungen oder nach bestehenden Patenten nicht nur veröffentlicht. Es wird ein Preisgeld ausgeschrieben, für sachdienliche Hinweise kann man hier also Geld verdienen. Die Beträge können sich dabei durchaus sehen lassen, die aktuell ausgeschrieben Anfragen versprechen Belohnungen zwischen 3.000 und 10.000€. Da es bei Patentverletzungen oft um Millionenbeträge geht, dürften langfristig sogar noch höhere Belohnungen für solche Hinweise möglich sein.
Gesucht wird natürlich immer ein ‘Beweis’ in Form eines Dokumentes. Dabei garantiert BluePatent die Auszahlung von zumindest einem Teil des ausgesetzten Preises (‘Grundprämie, in der Regel 300€) an das beste eingereichte Dokument - unabhängig davon, ob der Ausschreibende am Ende auch den Patentstreit gewinnt. Der gesamte ausgesetzte Betrag wird dann ausgezahlt, wenn die eingereichten Dokumente tatsächlich verwendbar sind (siehe auch ‘Welche Rechercheure kriegen eine Prämie und wie hoch ist die?’).
Crowdsourcing wird ja immer dann interessant, wenn eine große Menge von zu der Fragestellung passenden Teilnehmern gewonnen werden kann. Die Anforderungen an die Teilnehmer bei BluePatent sind dabei im Vergleich zu einigen anderen Crowdsourcing-Plattformen wie zB. UnserAller sicher relativ hoch - dementsprechend werden aber auch höhere mögliche Gewinne geboten. Mit den relativ hohen Prämien, sollte es BluePatent durchaus möglich sein, eine eigene Crowd an Rechercheuren aufzubauen.
BluePatent ist ein junges Angebot und noch im Aufbau. Derzeit nimmt BluePatent eine Finanzierungsrunde über die Crowdfunding-Plattform Seedmatch in Angriff. Wer Interesse an der Plattform hat und sich beteiligen möchte, ist ab 250€ dabei: Seedmatch. 39% der benötigten Fundingsumme von 50.000 Euro sind schon zusammengekommen, in nur 16 Tagen. Für die restlichen 61% bleiben BluePatent somit 44 Tage Zeit. Die Plattform ist bei Seedmatch also auf einem guten Weg, muss allerdings weiter Investoren überzeugen.
Wir wünschen BluePatent dabei viel Erfolg!

