Interview mit Anton von Workhub

Wir starten auf go-crowdsourcing eine neue Serie an Interviews. Hier werden Betreiber, Gründer und Mitarbeiter von Unternehmen zu Wort kommen, die selbst Crowdsourcing anbieten, oder die besondere Erfahrungen mit Crowdsourcing gemacht haben.
Unser erstes Interview haben wir mit Anton Skornyakov geführt. Anton ist Mitgründer von Workhub (www.workhub.com) einem Mikrotask-Angebot.
Beschreibe (kurz!) Dein Unternehmen (Workhub):
WorkHub macht es für jeden möglich auf beliebigen internetfähigen Geräten, z.B. Smartphones, mit kurzen Tätigkeiten Geld zu verdienen und vermittelt die resultierende Arbeitskraft an Unternehmen. Auf WorkHub kann man zum Beispiel in einer 5-minütigen Bahnfahrt Geld hinzu verdienen. Für Unternehmen konzentriert sich WorkHub darauf, einen besonders einfachen Weg anzubieten, Crowdsourcing zu nutzen.
Was ist Deine Aufgabe bei Workhub?
Grundsätzlich macht man in einem StartUp alles, was gerade wichtig ist. Ich beschäftige mich vor allem mit Vertrieb und Marketing.
Was hat Workhub mit Crowdsourcing zu tun?
Das ist bei uns natürlich sehr klar. Wir ermöglichen es Unternehmen, ihre Aufgaben von einer Crowd bearbeiten zu lassen.
Wie bist Du zum ersten Mal mit Crowdsourcing in Berührung gekommen?
Das war wohl während des Studiums in 2003, als ich gemerkt habe, dass ich fast jeden Tag bei Wikipedia nachschlage und die Qualität der Artikel für Mathe und Physik nirgends besser ist.
Habt Ihr für Workhub schon Crowdsourcing-Angebote genutzt? Welche?
O ja, wir haben schon eine Menge ausprobiert und das von beiden Seiten. Wir wollten am Anfang wissen, wie man sich als ein Teil der Crowd fühlt. Das ganze Team hat dazu mal einen Teil der Woche bei unterschiedlichsten Plattformen gearbeitet. Auf Anhieb fallen mir diese ein: Humangrid, Amazon Mechanical Turk, 99designs, sparked.com.
Als Kunden haben wir dann 99designs für das Logo-Design ausprobiert. Das aktuelle Logo-Design haben wir dann aber doch selbst gemacht.
Welche Crowdsourcing-Ansätze und -Ideen beeindrucken Dich derzeit am Meisten?
Crowdfunding ist eine Revolution im gesellschaftlichen und zum Teil politischen Bereich. Die bisher beeindruckendsten Ergebnisse konnten Projekte im Non-Profit-Bereich erreichen: Wikipedia oder Guttenplag. Im Gaming Bereich gab es Digitalkoot von Mikrotask. Ich glaube, dass den Bereich von WorkHub – Crowd Labour for Money – noch niemand wirklich geknackt hat, dass es da aber sehr große Potentiale zu heben gilt.
Was sind Deiner Meinung nach die größten Schwierigkeiten bei der Nutzung der Crowd für Unternehmen? Was muss man beachten und was sollte man auf keinen Fall machen?
Ich sehe, dass viele Unternehmen von den Vorteilen des Crowdsourcing profitieren wollen. Vor allem die hohe Geschwindigkeit der Bearbeitung der Aufträge unabhängig vom Auftragsvolumen und die Kostenvorteile sind attraktiv. Gleichzeitig ist es für Kunden wichtig, dass die Ergebnisse ihren Qualitätsstandards genügen.
Diese Leistungen muss man erbringen, ohne im Gegenzug zusätzlichen Aufwand für den Kunden zu schaffen. Wir bei WorkHub glauben, dass der Schlüssel im einfachen Zugang zur Nutzung der Crowd liegt. Kunden dürfen nicht aufgefordert werden, Feedback an einzelne Mitglieder der Crowd geben zu müssen, wie es manchmal bei Wettbewerbsmodellen der Fall ist. Auch die Qualität muss für den Kunden gesichert werden.
Beim perfekten Crowdsourcing kann der Kunde seinen speziellen Auftrag innerhalb von 10-20 Minuten an die Crowd übermitteln und das Ergebnis nach ein paar Tagen herunterladen.
Was erwartest Du in Zukunft von Crowdsourcing?
Ich denke, dass der Begriff "Crowdsourcing" selbst in den Hintergrund treten wird. Er ist viel zu ungenau für die vielen Anwendungen und Verzweigungen, die sich mittlerweile aus ihm entwickelt haben.
Die Anwendungen des Crowdsourcing, da bin ich mir sicher, werden die Welt verändern. Sie werden viel zur Demokratisierung und Transparenz in der Gesellschaft und Wirtschaft beitragen. Eine sehr wichtige Entwicklung in Verbindung mit Crowdsourcing ist das rasante Wachstum der Nutzung von Smartphones, die es uns allen ermöglichen, früher ungenutzte Zeiten produktiv zu verbringen. So hat jeder plötzlich jeden Tag 15 Minuten mehr Zeit, um zum Beispiel bei Quora Fragen zu beantworten oder einen Beitrag bei Wikipedia zu kontrollieren. Fünfzehn Minuten pro Tag mal 7 Milliarden Menschen, da steckt einiges an Potential hinter...

