Ein Auto von der Crowd

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Published by Susanna on Fr, 09/09/2011 - 16:49 in
www.fiatmio.cc

Wo bekommt man die besten Ideen, Anregungen, Hinweise und Tipps, worauf man bei dem Design und der Entwicklung eines neuen Kleinwagens achten muss? Beim Kunden!

Eigentlich logisch, oder? Der Kunde weiß, was er braucht, was ihm wichtig ist und worauf er auf keinen Fall verzichten will. Warum also nicht den potentiellen Kunden in den Produktentwicklungsprozess einbeziehen. Eine Plattform für Entwicklung von kleineren Produkten durch die Crowd haben wir schon vorgestellt (unserAller ), diesmal geht es um ein etwas größeres Produkt: ein Auto.

In Brasilien hat Fiat ein Stadtauto gemeinsam mit der Crowd entwickelt. Auf http://www.fiatmio.cc/en/ war die Crowd aufgerufen Ideen einzureichen, Anregungen zu geben und an der Entwicklung mit zu wirken. Technisch versierte Nutzer waren zudem aufgerufen, den Fiat-Ingenieuren zu helfen, diese Ideen auch umzusetzen. Mehr als 17.000 Menschen aus über 40 Ländern folgten dem Aufruf und brachten über 10.000 Ideen ein, fast 50.000 Kommentare wurden gepostet. Über 2 Mio. Unique Visitors besuchten die Internetseite des Projektes. Und eingereicht wurden keineswegs nur Spaß-Vorschläge wie Duschen im Auto. Sinnvolle Fragen nach der Anzahl der Sitze und dem Material wurden beantwortet und die Möglichkeiten einer biometrischen Fahrererkennung diskutiert.

Die Macher bei Fiat sind zufrieden, die Nutzer lieferten eine Fülle von Inspiration, das Ergebnis sammelt Designpreise ein und dazu wurde eine breite Öffentlichkeit erreicht.

Ein genialer Schachzug von Fiat. Denn nicht nur Nutzer, die sich aktiv an der Entwicklung des Fiat Mio beteiligten, waren begeistert. Auch viele andere überzeugte diese Art des Eingehens auf Kundenwünsche und –bedürfnisse durch Einbeziehung der Crowd. Denn ein Auto, welches die Betroffenen mit entwickelt haben, kann doch nur gut sein oder zumindest besser sein als die Konkurrenz, viele der Internet-Nutzer erschienen zur Produktvorstellung in Sao Paulo: Kundenbindung par excellence

Dabei widerspricht die Vorgehensweise von Fiat gerade in der Automobilbranche üblichen Mechanismen, wo Ingenieure ihre fotofähigen Handys am Eingang der Werkhalle abgeben müssen. Fiat hingegen errichtete ein Glashaus, welches jeder Interessent betreten durfte und der Entwicklungsprozess wurde per Webcam live ins Internet übertragen. Und so entwickelte Fiat ein Auto mit der Crowd für die Crowd.

Mehr zu dieser Idee gibt es auch bei Youtube in mehreren Videos (Portugiesisch wäre allerdings hilfreich;-)) http://www.youtube.com/watch?v=NoPMwiS9Abw