B2B Social Media – zu früh, zu zeitaufwendig, zu privat-unternehmerisch vermischend?

Published by Susanna on Fr, 08/26/2011 - 17:44 in
Social Media

Social Media gehört für die meisten von uns inzwischen zum Alltag – wer hat nicht einen Account bei Facebook, Xing, LinkedIn oder Twitter. Die meisten von uns nutzen die Angebote aber eher aus persönlichen Motiven. Bei Facebook steht die private Kommunikation mit Freunden und Bekannten im Vordergrund, bei Xing und LinkedIn ist das Nutzungsmotiv meist die eigene Karriere. Echte B2B-Kommunikation (also die Kommunikation zwischen Unternehmen) findet im Social Web nur selten statt.

Doch gerade Unternehmen sind in den Sozialen Netzwerken im Vormarsch. Der Grund dafür ist einfach: nirgendwo erreicht man mehr Menschen. Dabei steht die Erreichbarkeit der Endkunden derzeit noch an erster Stelle: Die Vermarktung von Produkten an Privatpersonen und die Kommunikation mit Privatpersonen mit dem Ziel der Kundenbindung, der Produktgestaltung usw. sind die häufigsten Nutzungsmotive für Unternehmen.

Wie gesagt: Anders sieht es im B2B- Bereich also von Unternehmen zu Unternehmen aus. Hier steckt Social Media eher noch in den Kinderschuhen. Fragt man die Betroffenen warum, dann bekommt man ein Sammelsurium an verschiedenen Gründen. Eine Diskussion auf Xing ergab folgendes Meinungsbild:
- Es ist noch zu früh, die Bereitschaft für Social Media in Unternehmen wächst nur langsam
- Zu zeitaufwendig mit wenig spürbarem Erfolg
- Die Ziele, welche man als B2B-Unternehmen mit Social Media erreichen kann, sind nicht klar genug – weder den Unternehmen selbst noch den sogenannten Social Media Beratern (Ausnahmen bestätigen die Regel;-))
- Die Entscheider in B2B-Unternehmen trifft man nicht bei Social Media (die ältere Generation, die in den betroffenen Unternehmen in der Führung sitzt, ist oft noch gar nicht Social-Media affin, Ausnahme ist hier der HR-Bereich)
- Was Unternehmen bisher nicht verstehen: Angebot, Produkte und Kommunikationsstrategie müssen auch auf Social Media ausgerichtet werden, es genügt einfach nicht die altbekannten Maßnahmen 1zu1 auf Social Media zu übertragen und dann auf der Facebook-Unternehmensseite dann Pressemitteilungen, Langweilige Produktbeschreibungen und trockene Unternehmensnews zu posten
- Unternehmen haben die Wichtigkeit der neuen Kommunikationskanäle noch nicht erkannt und sind nicht bereit dafür Kapazitäten bereit zu stellen – Social Media ist Hype und muss sein, aber soll umgekehrt bitte nichts kosten, denn der Hauptvorteil ist ja, dass das Angebot kostenlos ist;-)
- Alle Social Media Angebote werden in einen Topf geworfen und dann verstehen die Unternehmen keins der Angebote und bedienen alle Angebote irgendwie aber keins richtig
- Social Media Nutzer sind meist Privatpersonen, sie wollen bei Facebook mit Freunden und Bekannten Spaß haben, aber nicht mit potentiellen Kunden über Geschäfte verhandeln
- Viele Firmen haben den Zugriff auf die privat geprägten Netzwerke für ihre Mitarbeiter gesperrt
- Unternehmen wollen keine Unternehmensinformationen neben privaten Spaßinformationen stehen haben
- Die Rechtslage ist zu unsicher, insbesondere was die großen Social Media Anbieter aus den USA angeht

Es gibt sicher zahlreiche weitere Argumente, warum Social Media im B2B-Bereich (noch) nicht den Stellenwert einnimmt, den allein die in den Netzwerken verkehrenden Nutzerzahlen erwarten lassen. Doch die Frage bleibt: ist Social Media für Unternehmen im B2B-Umfeld nicht interessant, weil zu zeitaufwendig, kein klares Nutzungsziel, keine verlässliche Rechtsbasis, Vermischung von privat und beruflich?

Ich für mich ziehe hier ein anderes Fazit: die Technik der etablierten Social Media-Angebote ist in erster Linie im privaten Umfeld entstanden, daher sind derzeit die von den Netzwerken angebotenen Funktionen und Techniken auch auf diese Nutzung ausgelegt. Nur weil sich diese in ihrer derzeitigen Form nur mit viel Aufwand unter Vermischung von privat und beruflich/unternehmerisch für den B2B-Markt einsetzen lassen, heißt das nicht, dass Social Media nicht für B2B geeignet ist. Es bedeutett einfach nur: es fehlt ein passendes Angebot, bei dem die unternehmerische Nutzung im Vordergrund steht und dessen Aufbau ganz klar ein Ziel hat: B2B

Die Vorteile liegen auf der Hand: klare Nutzungsziele, klare Nutzungsweise, angemessener Zeitaufwand für die Nutzung, saubere Trennung von privat und unternehmerisch, auf Unternehmen ausgerichtete AGB und Datenschutz

Wie sehen Sie das? Sehen Sie noch weitere Argumente, warum B2B in Sozialen Netzwerken bisher keinen großen Stellenwert einnimmt? Was hat Ihr Unternehmen bisher von der Nutzung Sozialer Netzwerke abgehalten? Welche Nutzungsziele verfolgen Sie mit B2B Social Media, können Sie die mit den bestehenden Angeboten sinnvoll verfolgen?

Zu der Xing-Diskussion gelangen Sie über diesen Link: https://www.xing.com/net/pri3ea500x/b2b-marketing/b2b-online-marketing-1...